Ein Tag im Lonetal

Im Lonetal haben sich die Menschen bereits vor 40.000 Jahren in ihrer freien Zeit mit Kunst und Musik beschäftigt: Löwenmensch, Vogelherdpferdchen und Mammut gehören zu den ältesten derzeit bekannten Kunstwerken der Menschheitsgeschichte. Die Fundorte, genauer gesagt die Höhlen im Ach- und Lonetal sind Teil des UNESCO-Welterbes „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“.
Auf der 12 Kilometer langen Albschäfer-Zeitspur „Neandertalerweg“ kann man einen ganzen Tag lang dieses Teilgebiet des Welterbes durchstreifen und die Abgeschiedenheit des Talabschnitts genießen. Egal ob man am gebührenpflichtigen Parkplatz des Archäoparks Vogelherd oder am großen Wanderparkplatz an der L 1168 startet, gleich zu Beginn sollte man sich im Archäopark auf die Geschichte der Eiszeitkünstler und- jäger einstimmen lassen, denn am Fundort von Mammut und Vogelherdpferdchen wird das Leben der ersten Menschen und ihr Lebensraum spannend dargestellt. Mit dem neuen lebensgroßen Mammut ist auch ein ganz besonderes Fotomotiv gesichert und die derzeitige Sonderausstellung zu den Raubtieren der Eiszeit vermittelt einen Eindruck über die damals herrschende Wildnis des Tales. Ohne Angst vor großen Tieren haben zu müssen und nach einer ersten Stärkung im Parkcafé, kann man sich dann gemächlich auf die Wanderung begeben. Vom Archäopark aus folgt man den grünen Wegweisern Richtung Parkplatz Lonetal und Hohlenstein-Höhlen und orientiert sich zwischendurch an den Markierungstäfelchen mit dem kleinen Neandertaler. Vom großen Wanderparkplatz aus geht es ins Tal hinein und Sie schlendern zunächst bequem dahin. An der Brücke beim Rahmenstein quert der Weg die hier meist trockene Lone und Sie erreichen bald das Höhlenmassiv Hohlenstein. Das ist bekannt als Fundort des Löwenmenschen, einer dieser spektakulären Kunstwerke, ausgestellt im Original im Ulmer Museum. Kurz nach dem Hohlenstein führt ein Pfad rechts hinauf in den Wald. Das Zeichen des Neandertalers darf man hier nicht aus den Augen verlieren. Es führt Sie von oben heran zu einer Holzhütte oberhalb der Bocksteinhöhle. Eine Pause gepaart mit herrlicher Aussicht tut hier gut. Die Funde aus der Bocksteinhöhle zählen zu den wichtigsten Zeugnissen der Neandertaler in Süddeutschland. Mehr davon erfahren Sie auf der Infotafel am Fuße des Felsmassivs. Dorthin gelangen Sie über einen nicht gerade leicht begehbaren schmalen Pfad. Einen Zwischenstopp am Höhleneingang sollte man nur mit ausreichendem Abstand einlegen. Das Höhlendach ist leider einsturzgefährdet und darf nicht betreten werden. Unten angelangt geht es am Waldrand entlang nach links weiter und dann auf einem Waldweg wieder hoch in den Wald. In der Nähe vom Weiler Lindenau mit beliebter Ausflugsgaststätte gelangen Sie dann an den Waldrand. Auch wenn immer viel los ist, sollte man sich hier eine Einkehr in Lindenau gönnen, bevor es wieder zurück Richtung Stetten geht. In Stetten führt der Weg vorbei am Gasthof Mohren, in dem man sich noch eine Abschlusseinkehr gönnen kann. Über eine schöne Kastanienallee und vorbei am Rittergut Stetten geht es in den historischen Ortskern. Mit dem Besuch der barocken Wallfahrtskirche mit einer Kopie der Schwarzen Madonna lässt sich der Tag im Lonetal stimmungsvoll abschließen.

Für Familien empfiehlt es sich, den Neandertalerweg abzukürzen und den Archäopark Vogelherd am Ende der Tour zu besuchen. Der neue Wasserspielplatz, das große Mammut und die vielen Erlebnisplätze sind eine tolle Belohnung für kleine Wanderbeine. Die kleinere Familienrunde führt vom großen Parkplatz an der Landesstraße nur bis zum Höhlenmassiv Hohlenstein, dann geht es gleich hoch Richtung Lindenau, am Waldrand entlang und durch den Wald hindurch über Stetten zum Archäopark. Etwa acht Kilometer ist sie lang. Wer mit Outdoorkinderwagen unterwegs ist, meistert die erste Strecke bis zum Hohlenstein auf den Schotterwegen bestimmt locker. Der Rückweg nach Stetten ist dann mit einigen Wiesenwegen bestückt und deshalb etwas anspruchsvoller.

Der Wanderweg ist mit grünen Wegweisern und dem Wegzeichen des Neandertalers ausgezeichnet. Die Tourenbeschreibung findet man im Freizeit- und Tourenportal, Informationen zum Archäopark gibt es unter www.archaeopark-vogelherd.de.

Tourenbeschreibungen